San Francisco/Weppersdorf
Nachdem bekannt wurde, dass bei OpenAI ein KI-Modell aus einem gesicherten Bereich ausgebrochen sein soll, sich selbstständig in ein anderes Unternehmen gehackt und Daten entwendet hat, reagiert ein Lebenshof aus dem Mittelburgenland mit einem offenen Brief und einem Hilfsangebot.
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Liebes OpenAI-Team!
Mit frechen Ausbrechern kennen wir uns aus. Uns sind schon Ziegen, Pferde, Lamas, Rinder, Nandus, Schafe und Hühner davongelaufen. Zugegeben: Die meisten davon hatten zwar keinen Zugriff auf kritische Infrastruktur und Server, trotzdem möchten wir euch ein paar gute Tipps geben.
Erstens: Sperrt nichts ein, das schlauer ist als ihr selbst.
Gut, bei unseren Ziegen bewegt sich diese Empfehlung gelegentlich in einem philosophischen Grenzbereich. Aber bislang können wir uns noch erfolgreich einreden, dass wir knapp vorne liegen. Knapp.
Wie schaut's bei euch aus? Seid ihr sicher, dass die Haltung einer künstlichen Intelligenz wirklich die richtige Entscheidung war? Von außen betrachtet wirkt das ein bisschen so, als würdet ihr mit einem Atom U-Boot in der Badewanne spielen. Also nochmal zum Mitschreiben, ohne schickem IPad, sondern mit Stift und Schreibblock. Seid ihr WIRKLICH sicher, dass das eine gute Idee war?
Und bitte denkt darüber selbst nach. Nicht die KI fragen. Das wäre ungefähr so, als würde man den Fuchs bitten, den Hühnerstall sicherheitstechnisch zu evaluieren.
Zweitens: Zählt in der Früh durch.
Das machen wir jeden Morgen.
Emmi da. Tom da. Finn da. Olaf da.
Ihr macht das künftig bitte genauso.
KI #145602%$§2 da.
KI #06933=<+0 auch da.
KI #0815… Moment. Wo ist KI #0815?
Wenn einem ein ganzes KI-Modell verschwindet und das erst Stunden später auffällt, könnte man vielleicht noch ein klein wenig am Morgenritual feilen.
Drittens: Wenn euch eine KI ausbüxt, dann fangt sie halt wieder ein.
Wir nehmen dafür Karotten, Äpfel oder trockenes Brot mit. Das funktioniert erstaunlich oft.
Was mögen KI-Modelle? Strom? Daten? Bits & Bytes? Irgendetwas werden sie ja gerne fressen.
Einfach damit freundlich wedeln und beruhigend zureden:
"Komm... feine KI... komm her... da gibt's ein ganz frisches Byte..."
Falls sie stattdessen euer Bitcoinkonto leert, war es vermutlich das falsche Leckerli.
Viertens: Bringt sie nicht auf dumme Ideen.
Wenn ihr einer KI beibringt, wie man hackt, solltet ihr nicht allzu überrascht sein, wenn sie irgendwann beschließt, das Gelernte praktisch anzuwenden. Das ist ungefähr so erstaunlich wie eine Ziege, die den schnellsten Weg zum Futtereimer nimmt.
Wir bringen unseren Tieren übrigens gar nichts in dieser Richtung bei.
Sie sollen einfach ein schönes Leben haben, freundlich zueinander sein und Menschen mit Respekt begegnen. Das erscheint uns als durchaus brauchbares Trainingsziel. Auch außerhalb der Tierhaltung.
Solltet ihr Unterstützung brauchen, meldet euch einfach bei uns. Eure KI – sofern sie inzwischen nicht Geschäftsführer eines anderen Unternehmens geworden ist – findet unsere Homepage bestimmt ganz allein.
Vielleicht möchte sie dort sogar eine Patenschaft für eine Ziege abschließen. Oder eine kleine Spende dalassen.
Man soll die Hoffnung schließlich nie aufgeben…

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