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Diesen Dienstag durften wir wieder einmal unsere Belastbarkeitsgrenze voll auskosten: Klauenpflege bei den Rindern war angesagt.
Die erste Herausforderung besteht darin, unsere freiheitsgewohnten Tiere in einen eng umgrenzten Bereich zu locken, um sie von dort einzeln und möglichst zielgenau in den Klauenpflegestand zu geleiten.
So weit, so gut. Doch der Pflegestand ist ein tonnenschweres Ungetüm, das bereits für menschliche Augen ziemlich bedrohlich aussieht. Rinder finden das vermutlich nicht weniger beängstigend. Tja – und es reicht nicht, dass sie von außen daran schnuppern. Sie müssen da rein!
Wir haben mit Fatima begonnen, weil bei ihr die Klauenpflege am dringendsten war. Nachdem sie anfangs mit ihren kleinen Hörnchen mutig gedroht hat, konnten wir sie dann aber doch relativ schnell in den Stand geleiten. Für die Behandlung werden die Tiere zur Seite gedreht, und dann werden die Klauen abgeschliffen. Das dauert nur wenige Minuten, und danach können sie die Maschine schon wieder verlassen.
Abdul wäre als Nächster an der Reihe gewesen. Vor ihm hatten die beiden Klauenpfleger mächtig Respekt. Abdul ist nicht nur riesig, sondern hat auch beachtliche Hörner. Sobald wir mit gebührendem Abstand begonnen hatten, ihn in Richtung des Pflegestandes zu treiben, geschah das völlig Unerwartete: Abdul hat nicht angegriffen oder ausgetreten. Er ist auch nicht – wie befürchtet – durch den Zaun gebrochen. Er hat sich einfach hingelegt. Wie in Trance hat er uns angesehen und sich nicht mehr bewegt. Die Klauenpfleger haben sich seine Füße in aller Ruhe angesehen und entschieden, dass keine Behandlung notwendig ist. Als Abdul merkte, dass kein Stress mehr zu erwarten war, stand er auf und ging langsam davon.
Als Nächste war Bonney an der Reihe. Unsere alte Hochland-Dame hat nicht verstanden, warum sie mit ihren großen Hörnern in diesen engen Pflegestand gehen soll. Nach ein paar Anläufen ist es uns dann aber gelungen.
Währenddessen wartete allerdings schon die größte Herausforderung auf uns: Yoki, die kleine Dexter-Kuh. Sie ist während der gesamten Zeit im Pferch herumgetigert, hat wütend geschnaubt und versucht, die Gitter zu verschieben. Bei ihr mussten wir Schritt für Schritt den Bereich so verkleinern, dass ihr nur mehr der Weg in den Klauenpflegestand übrig blieb. Das „kleine“ 400-Kilogramm-Muskelpaket mit Hörnern hat uns ordentlich auf Trab gehalten – aber zum Glück konnten wir auch ihre Behandlung schnell über die Bühne bringen.
Wir sind froh, dass wir diese wichtige Maßnahme bei den Rindern nun endlich geschafft haben. Lebenshof-Leben am Limit … 😄



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