Happy End für ausgebüxte Schafe Emma & Elli

Manchmal ruft das Abenteuer. Oder sagen wir so, manchmal ruft es einfach an – im wahrsten Sinne des Wortes. Vor gut zwei Monaten meldete sich ein älterer Herr aus der Buckligen Welt bei uns. Zwei Schafe würden dort seit über zwei Jahren frei herumlaufen, erzählte er, querfeldein, komplett verwildert und so scheu wie Rehe! Der ursprüngliche Besitzer hatte längst aufgegeben – und sogar die Jäger gebeten, „das Problem“ zu lösen.

Doch der Anrufer wollte das nicht akzeptieren. Stattdessen ging er täglich zum Waldrand, brachte Futter und versuchte, ihr Vertrauen zu gewinnen. Wochenlang. Und tatsächlich: Die Schafe kamen näher, schauten ihn neugierig an – aber anfassen lassen? Keine Chance. Also bat er uns um Hilfe.

Andi fuhr hin, sah sich die Lage an und schlug vor, einen improvisierten Pferch zu bauen – Der Plan: Vertrauen aufbauen, hineinlocken, Tor zu, fertig. Und siehe da – eines Tages klappte es! Die beiden standen im Pferch, das Tor war zu, die Freude riesig. Nur noch schnell in den Hänger treiben...
Dafür organisierte der fürsorgliche Herr der Schafe eine ganze Schar von Personen aus der näheren Umgebung.

Doch dann zeigte sich, dass Schafe manchmal mehr Grips und Kraft haben, als man denkt. Das Muttertier bekam aufgrund der vielen Menschen Panik, stürmte los und rammte die größte Schwachstelle - das Metalltor so heftig, dass es aus der Halterung flog. Tür auf, Schafe weg. Und das ganze Team stand sprachlos da.

Aber aufgeben? Nicht mit uns. Der Herr blieb dran, Andi gab Tipps für eine „Version 2.0“ des Pferchs – stabiler, ruhiger, cleverer. Vier Wochen später, letzten Mittwoch, war es soweit: zweiter Versuch. Diesmal ging Andi zunächst allein zu den Schafen. Kein Lärm, kein Gedränge – nur Ruhe und Geduld. Und siehe da: ein paar sanfte Schritte, ein bisschen gutes Zureden – *zack*, beide Schafe im Hänger!

Erleichterung pur! Auf dem Hof des lieben Mannes wartete schon die Tierärztin. Befund: Gesund, kugelrund, aber zwei Jahre ungeschoren – also so flauschig wie kleine Wolken. Jetzt dürfen sie dort in Ruhe ankommen und sich an Menschen gewöhnen, bevor sie zu uns auf den Lebenshof Sonnenweide ziehen.

 

Zwei Schafe, zwei Jahre Freiheit, zwei Versuche – und eine Geschichte, die zeigt: Mit Geduld, Herz und einem guten Plan kann man Berge (und Schafe) bewegen. 🐑

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