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Freilaufende Schafe

Bis zum vorigen Jahr hatten wir für unsere acht Ouessantschafe (bretonische Zwergschafe) eine eigene Wiese gleich angrenzend an das Pferde- und Eselrevier.  Die Ouessants gelten als kleinste Schafrasse der Welt und die Wiese war mehr als ausreichend groß damit alle Schafe über den Sommer genug Gras und Kräuter  zu fressen hatten. 

 

Dann kamen Manfred und Rebecca zur Herde. Die beiden haben wir mit dem Flascherl aufgezogen und sie lebten die ersten Monate in der Scheune in der Nähe des Hauses und liefen frei herum wenn wir selbst draußen waren. Manfred und Rebecca, genannt Becky, sind Juraschafe, oder Bergschafe wie sie bei uns auch genannt werden, und eine der typischen Fleischrassen. Das bedeutet,  das sie auf Größe und schnelles Wachstum gezüchtet wurden. Und so bringen unsere beiden Schafe jeweils gute 70 kg auf die Waage und sind fast so groß wie die Eseln. Junge Schafe werden von einer bestehenden Schafherde nicht akzeptiert, deshalb haben wir sie bei uns im Hof aufgezogen und erst nach einigen Monaten in die Herde integriert. Das hat ausgezeichnet funktioniert und mir fiel der „Abschied“ wesentlich schwerer als den beiden Schafen die sich in der neuen Herde pudelwohl und zuhause fühlten. Wenn ihr Euch die Videos auf der Seite anseht wisst ihr warum 😃

 

Auf jeden Fall fressen die beiden Großen nun soviel wie die acht Kleinen zusammen und die Wiese hat nicht mehr gereicht. Deshalb haben wir heuer beschlossen die Schafe komplett frei auf dem gesamten Gelände herumlaufen zu lassen damit sie auch an den anderen Wiesen mitfressen können. Die Schwierigkeit dabei war, das die Schafe zwar ihre Wiese verlassen durften, die Eseln und Pferde aber nicht auf die Schafwiese gehen sollten. D.h. Tor einfach offen lassen ging nicht. Einhufer zerstören die Grasnarbe und die Schafwiese hätte sich innerhalb kürzester Zeit in einen Sumpf verwandelt. Nach einigen Fehlversuchen, bei denen die Eseln es immer wieder schafften auf die Schafwiese zu kommen, hat Andi schließlich eine Konstruktion gebaut die den Anforderungen (noch) standhält. 

 

Und so laufen jetzt auf den gesamten drei ha die wir haben 10 Schafe frei herum. Am Abend gehen sie von selbst wieder zurück in ihr Revier, sodass wir das Tor schließen können damit sie auch geschützt sind. Mittlerweile haben sie sich auch mit den Pferden und Eseln angefreundet und fressen auch schon an deren Heusäcken mit. 

 

Das ist so ein lieber Anblick wenn sie den Hügel heruntergelaufen kommen und sich dann auf den Wiesen verteilen. Man kann richtig sehen wie es ihnen gut geht und wie sie sich freuen. Ab und zu holen sie sich ein paar Streicheleinheiten und sind auch gegenüber von Besuchern überhaupt nicht scheu. Es ist so ein gutes Gefühl wenn man Tieren so viel Freiraum bieten kann und es gibt auch für uns kaum etwas Schöneres als ein Zusammenleben mit so wenig Einschränkungen wie möglich. 

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